MASKE

Alexander Raymond, Caput, 2012, Oil on Canvas, Plexiglas, Bicycle Tube, 55x50cm,
Alexander Raymond, Caput, 2012,
Oil on Canvas, Plexiglas, Bicycle Tube, 55x50cm,

 

Die Maske war schon immer da. Die Geschichte der Abbildung des Gesichts ist zunächst die Geschichte der Maske. Ritus und Kultus sind für uns nach wie vor mit ihr verbunden, als einem Gegenstand, der erst darüber Funktion erhält. Aber rituelle Praktiken der Art, wie wir sie aus Afrika oder Ozeanien zu kennen glauben, sind bei uns heute unbekannt. Dennoch entfalten diese Masken noch immer durch bloße Präsenz ohne jeden rituellen Kontext so etwas wie eine Magie des Ausdrucks. Archaik, Ursprünglichkeit und Überzeitlichkeit wären nur einige Stichworte der Faszination, der vor ziemlich genau 100 Jahren nicht nur der Expressionismus Wesentliches verdankte.

„Die Maske hat nur Sinn, wenn sie unpersönlich ist, frei von der Erfahrung des Individuums“, wie Carl Einstein*) damals schrieb, „ als letzte Intensität des Ausdrucks, befreit von jedem psychologischen Entstehen“.

*) Negerplastik, Leipzig 1915 in: Einstein: Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders, Prosa und Schriften,  Leipzig 1989

Alexander Rischer, Anbetende Prinzessin, Hans von der Heide, St. Annen-Museum Lübeck, Schl.–Hoöstein, 1997, Silbergelatine-Print, 30x40cm
Alexander Rischer, Anbetende Prinzessin, Hans von der Heide, St. Annen-Museum Lübeck, Schl.–Holstein, 1997, Silbergelatine-Print, 30x40cm