Passage

 

Aequatortaufe auf MS Sonneberg, Westafrika, 6.12.1981 Jörg Böthling
Jörg Böthling, Äquatortaufe auf MS Sonneberg, 6.12.1981

 

Seewege werden auch Passagen genannt. Als ginge man durch etwas hindurch wie durch eine Ladenpassage aus dem 19.Jahrhundert. Passieren ist also ein Durchschreiten, ein Durchqueren aber eben auch ein Überqueren, zum Beispiel einer Grenze, und sei es einer imaginären – wie dem Äquator. Dabei kann einem dann durchaus Unangenehmes widerfahren oder eben passieren (s. Bild oben.)

Das Meer hat als weiter, wilder Ort des Geschehens und des Ungewissen die Phantasie der Menschen schon immer bewegt. Krieger wie Händler, Eroberer, Forscher, Auswanderer, Piraten, Kreuzfahrer und vor allem Landratten, Abenteurer aus zweiter Hand. Und Künstler. Helle Oberflächen und finstere Tiefen, Bewegung und Horizont, Reise und Heimkehr, Hoffnung und Scheitern. Die Vielfalt der Metaphorik scheint schier unerschöpflich.  Am Umgang mit ihr lassen sich bei diesem Sujet besonders unverstellte Einsichten über die jeweiligen Entstehungs-Zeiten gewinnen.

 

Horst Sagunski, Zitronen-Segler, Siebdruck auf Leinwand, 2013
Horst Sagunski, Zitronen-Segler, Siebdruck auf Leinwand, 2013