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GESICHT

 

Claus Sautter, Gilbert & George, London, 1986
Claus Sautter, Gilbert & George, London, 1986

 

In der Darstellung des menschlichen Gesichts ist über die Zeiten das individuelle Porträt, so wie es uns spätestens seit der Renaissance bekannt ist, nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was die Abbildung des Gesichts bedeuten mag. Das Porträt – jedenfalls das, welches physiognomische Ähnlichkeit mit dem Abgebildeten als oberste Maxime erhebt, ist in der Regel flüchtig schon daher, weil Mimik und die Zeit selbst es immer wieder unzureichend erscheinen lassen. Im Porträt jedoch wird das „echte“ Gesicht idealisiert und in den Gegensatz zur Maske gesetzt, welche damit als Synonym für „Täuschung“ steht. Wie aber das Paradox, dass es so und mit vielen Funktionen versehen erst recht das Gesicht zur Maske werden lässt?

Anna Steinert, Betrachtet zu werden Trachtende, 2013,  Übermalung auf Buchseite, Schellack und Oel, 36 x 26,5 cm
Anna Steinert, Betrachtet zu werden Trachtende, 2013,
Übermalung auf Buchseite, Schellack und Oel, 36 x 26,5 cm

So wie Hans Belting *) schreibt, verwandelt das Porträt das Gesicht „zwangsläufig in eine Maske, die immer Abstand zum echten Gesicht hält, weil sie Ersatz für das Gesicht ist“. Belting folgert daraus: „Was in alten Kulturen Masken waren, das sind in der europäischen Neuzeit Porträts geworden“.

*) FACES – eine Geschichte des Gesichts, München 2013

 

Kleine Gesellschaft für Maske und Gesicht

Katharina Kohl, Kopf, neuer Zustand, 2009, Oel auf Leinwand, 24x18 cm
Katharina Kohl, Kopf, neuer Zustand, 2009, Oel auf Leinwand, 24×18 cm

7. November 2014
mit einem Konzert von CARDIOPHON“                                 Frank Lüsing, Gesang und Alexander Rischer, E-Gitarre

Finissage am 21. November2014

Film:  Die seltsamen Riten der Frau Dr. Arabeske      Hamburger Erstaufführung des neuen Films von Anna Steinert

 

Die dritte Veranstaltung der „Kleinen Gesellschaft“ im Jahr 2014 handelte vom „Gesicht“, und das sollte heißen: vom menschlichen Gesicht und von dem Bild, das wir uns von ihm machen. So haben nicht wenige Teilnehmer ihre Arbeiten, die in unterschiedlicher Weise das „Porträt“ zum Gegenstand haben, vorgestellt. Das dieses von uns eigentlich für so selbstverständliche Kleine Gesellschaft für Maske und Gesicht weiterlesen